Witzwort vertellt
101: Meistens farbenfroh, selten düster: Die Bilder des Ehepaares Mussaeus-Müller
Das Lehrer- und Künstlerpaar Gudrun Mussaeus-Müller (16.3.1929 – 18.12.2019) und Günter Müller (22.7.1928 – 23.6.2013) lebte seit 1969 bzw. seit ca. 1980 in Witzwort.
Beate Horn-Westensee, die jahrelang engen Kontakt zu dem Paar hatte, berichtete beim Dorfabend im Februar 2026 sehr persönlich von deren Leben und Kunst. Der folgende Text ist eine Kurzversion ihres Beitrags.
Gudrun und ihr Bruder Peter wuchsen behütet als Kinder einer Krankenschwester und eines Landarztes in Küstrin (heute Polen) auf. Im Krieg musste sie leider schlimme Dinge sehen und der frühe Tod ihres Vaters bei einem Autounfall hatte sie sehr getroffen. Auch kam der geliebte Bruder nicht aus dem Krieg zurück. Gudrun floh mit ihrer Mutter in den Westen – nach Eutin. Im Studium lernte sie Günter kennen. Sie führten jahrelang eine Fernbeziehung, erst nach dem Tod der Mutter zog Gudrun auch nach Witzwort. Das Paar blieb kinderlos. Beide unterrichteten bis zu ihrer Pensionierung an Husumer Schulen.
Das 1969 gekaufte Haus im Flöhdorfer Weg 3 (Haus-Nr. 123) restaurierte Günter sehr individuell und gemütlich. So verzierte er z.B. die hölzerne Eingangsschwelle mit einem Entenkopf. Es wurden runde Fenster eingebaut und jeder bekam ein eigenes Atelier. Gemeinsam erstandene antike Möbel und Gegenstände schmückten die Räume.
Während Günter eher ein scheuer Eigenbrötler war, der auch sehr kritisch werden konnte, liebte Gudrun die Geselligkeit. Sie sang im Witzworter Chor, war in der Turngruppe aktiv und liebte die Kirchgänge am Sonntag. Gemalt hat sie wohl ihr ganzes Leben lang. Im Ruhestand fuhr sie gern mit dem Auto durch die Region, bis nach Dänemark – den Skizzenblock immer dabei.
Vielleicht, weil sie selber keine Kinder hatten, liebten sie die Nachbarskinder umso mehr. Jedes Jahr luden sie zum Ostereiersuchen in ihren Garten ein. Und wenn alles gefunden war, gab es Tee und Kakao im schönen Kaminzimmer.
Die beiden malten durchaus unterschiedlich: Gudrun war sehr harmoniebedürftig und die Motive ihrer Malerei mit Pastellkreide und in Aquarell waren eher Stilleben, Wolken, Höfe und Landschaften, wie das hier abgedruckte Beispiel. Günter hingegen malte aggressiver, er nutzte immer Rot in den Bildern und arbeitete mit heftigen Pinselstrichen. Er schuf auch Skulpturen aus Holz und Stein und meistens versuchte er auch, diese Materialien miteinander zu verbinden.
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Gudrun Mussaeus-Müller vermachte ihre Bilder und die ihres Mannes der Gemeinde Witzwort. Der Erlös aus dem Verkauf soll einem guten Zweck im Dorf zukommen. Dies will die Archivgruppe nun umsetzen. Bilder können für 70 Euro pro Bild erworben werden. Interessierte melden sich bitte bei uns.

Günter Müller: Ohne Titel (Husumer Hafen), Öl auf Pappe, Jahr unbekannt

